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Der Bloodhound (Chien de St Hubert)








Geschichte

Seine Geschichte lässt sich bis ins 8. Jahrhundert zurückverfolgen, als er erstmals als grosser Jagdhund in den (heute belgischen) Ardennen in Erscheinung trat. Die Legende sagt, dass der Heilige Hubertus, ein passionierter Jäger, der sich beim Anblick eines weissen Hirsches mit einem Kruzifix zwischen dem Geweih zum Christentum bekehrte, zum Abt gewählt wurde und ein Kloster in den Ardennen gründete, welches nach ihm benannt wurde. In dieser Abtei wurden grosse Jagdhunde mit langen Ohren und tiefer sonoren Stimme gehalten. Die Chien de St Hubert, die Hunde des heiligen Hubertus. Diese waren nicht nur wegen ihrer Grösse, den langen Ohren und ihrem unübertroffenen Spürsinn bekannt und beliebt, sondern auch wegen ihrer Fähigkeit und dem Willen auf einer kalten Spur bis zum Auffinden des entsprechenden Hirsches zu bleiben und sich dabei nicht von anderen frischen Wildfährten ablenken zu lassen. Anders als die anderen Laufhunderassen jagt er nicht im hirarchischen Rudel sondern individuell oder strategisch. Die St Huberts war die Rasse der Privilegierten und wurde während Jahrhunderten von Adligen in Abteien, Fürsten- und Königshäusern gezüchtet und für die Jagd auf Hochwild vewendet. Mit Willhelm den Eroberer kamen sie im 11. Jahrhundert nach England und wurden dort weitergezüchtet. Die Engländer nannten sie Blooded Hound (Vollblutjagdhund) oder kurz Bloodhound.
Als die unendlichen Wälder und mit ihnen auch das Hochwild allmählich aus England und Europa verschwanden, wurde die Nachfrage nach den grossen Laufhunden geringer. Gleich anderen grossen Jagdhunden, drohte dem Bloodhound das Aussterben. Nur eine ausserordentliche Eigenschaft bewahrte ihn vor diesem Schicksal, nämlich seine grosse Leidenschaft, Menschenfährten zu arbeiten, sowie das unübertroffene Talent, mehrere Tage alte Spuren über lange Strecken hinweg zu verfolgen. Der Bloodhound wurde mehr und mehr als Polizeihund eingesetzt und auf dem englischen Kontinent so geschätzt, dass die Weigerung eines Hausbesitzers, einen arbeitenden Bloodhound durch sein Grundstück und Haus gehen zu lassen, als Geständnis galt.
Als Anfang 20. Jahrhundert die Rasse des Deutsche Schäferhundes entstand und als vielseitiger talentierter Allrounder äusserst beliebt wurde, wurde der Spezialist Bloodhound in Europa als Arbeitshund vergessen. Ueber ein Jahrhundert wurde er, mit wenigen Ausnahmen, nur noch als Familien- und Ausstellungshund gezüchtet, was nicht zu seinem Vorteil war. Trotzdem konnte er sich auch in Europa seine Passion für die Fährtenarbeit und sein ausgeprägeter Jagdtrieb erhalten.

In den USA verlief die Geschichte des Bloodhounds etwas anders
Mit den Siedlern gelangen auch Bloodhounds in die Neue Welt und wurde dort schon sehr früh für die Suche nach vermissten oder gesuchten Personen verwendet. Manchmal wurde der Bloodhound mit aggressiven Rassen gekreuzt und dann zur Jagd nach entlaufenen Sklaven und Indianer eingesetzt. Das brachte dem Namen einen schlechten Ruf, das obwohl sein sanftes, liebes und nicht aggressive Wesen ihn sicher im Umgang mit den vermissten Personen und bei der Arbeit inmitten von Menschenansammlungen macht.
Seine rassetypischen Eigenschaften sind:
  • Stark ausgeprägter Geruchsinn (er hat den Ruf die beste Hundenase der Welt zu haben)
  • Konzentrationsfähigkeit (er kann sich über viele Stunden ohne Unterbruch auf die Arbeit konzentrieren)
  • Selbstständigkeit (er entscheidet was zu tun ist und braucht den Menschen für diese Arbeit nicht)
  • Sturheit (er verfolgt sein Ziel bis es erreicht ist)
  • Jagdpassion (genetisch verankerter Teil seiner Persönlichkeit, welcher nicht wegdressiert werden kann)
  • Körperliche und psychische Ausdauer (er verfolgt Fährten über viele Stunden)
In den USA ist er bis zum heutigen Tag der Partner von Polizei und Rettungsmannschaft und wird zum Aufklären von Verbrechen und Auffinden von vermissten Personen eingesetzt. In vielen Staaten der USA wird die Identifizierung eines Verbrechers durch einen Bloodhound als Beweismittel vor Gericht akzeptiert. Allerdings muss der Hundeführer beweisen können, dass er ein ganz spezifisches Training durchlaufen hat und bewiesen hat, dass er diese Arbeit erfolgreich ausüben kann.

Seit zirka 10 Jahren wird der Bloodhound auch,ausgehend von der Schweiz, wieder zunehmend als Polizei – und Fährtenhund verwendet, allerdings als Mantrailer und nicht als Fährtenhund im klassisch sportlichen Sinn.

 
 

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